0,5 oder 0,7? 0,4 oder 0,8? M, B oder XB? Wer im Laden vor der Stiftewand steht, kennt das Problem: Alles schreibt irgendwie schwarz oder blau – aber auf dem Papier liegen Welten dazwischen. Zu fein kratzt und drückt durch, zu breit schmiert in kleiner Handschrift und frisst das Heft leer.
Als Faustregel aus unserem Alltag bei Stifte Welt gilt (Stand: 10.09.2026): Je kleiner die Schrift und je glatter das Papier, desto feiner die Spitze. Je schneller und größer du schreibst, desto breiter darf sie sein. Dieser Guide ordnet die gängigen Angaben – Kugeldurchmesser beim Kuli, Strichbreite bei Fineliner und Tintenroller, Minenstärke beim Druckbleistift – und sagt dir konkret, welche Größe für Klausur, Büro, Unterschrift und Lettering passt.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Klausur, Prüfung, Formular: 0,5–0,6 mm, dokumentenecht, nicht radierbar. Ideal: Tintenroller 0,6 mm.
- Schule & Uni-Mitschrift: 0,5–0,7 mm, je nach Handschrift. Kleine Schrift = 0,5 mm, schnelle große Schrift = 0,7 mm.
- Büro & Unterschrift: 0,7–1,0 mm / XB. Satter, gut lesbarer Strich, gleitet ohne Druck.
- Bullet Journal, Sketchnotes, Korrektur: 0,5 mm für Text + 0,8 mm für Headlines + Faserschreiber 0,8 mm für Farbe.
- Handlettering: keine feste mm-Angabe, sondern Pinselspitze (Brush) + Feinspitze zum Konturieren.
- Zeichnen & Druckbleistift: 0,9 mm HB bricht fast nie und bleibt trotzdem fein genug fürs Heft.
Was bedeutet die mm-Angabe eigentlich?
Hersteller messen unterschiedlich – das verwirrt. So liest du die Packung richtig:
- Kugelschreiber & Gelroller (z. B. M, F, B, XB): Die Zahl ist der Kugeldurchmesser. M liegt meist bei 1,0 mm Kugel für ca. 0,5–0,7 mm Strich, XB bei ca. 1,4 mm Kugel für einen deutlich breiteren, sehr weichen Strich. Viscoglide- und Gel-Tinten wirken dabei voller als klassische Kuli-Paste.
- Tintenroller & Fineliner (z. B. 0,5 / 0,6 / 0,8): Die Zahl ist die Strichbreite auf dem Papier. 0,6 mm Tintenroller schreibt sichtbar voller als ein 0,4 mm Fineliner, obwohl der Unterschied auf der Packung klein wirkt.
- Druckbleistift (z. B. 0,5 / 0,7 / 0,9): Die Zahl ist der Minendurchmesser. 0,9 mm ist die entspannte Schulgröße: stabil, gut radierbar, kein ständiges Abbrechen wie bei 0,5 mm.
- Brushpens: Hier gibt es keine echte mm-Angabe. Hart = kontrolliert, weich = variabel. Der Strich entsteht durch Druck, nicht durch die Kugel.
Die Größen im Überblick: von fein bis extra-breit
| Größe | Charakter | Passt für | Passt nicht für |
|---|---|---|---|
| 0,4–0,5 mm fein | präzise, sparsam, wenig Durchdrücken | kleine Handschrift, Mathe-Kästchen, Fußnoten, Sketchnotes-Text | große Handschrift, Unterschrift, Kreative mit Druck |
| 0,6–0,7 mm mittel | die Allround-Zone, gut lesbar | Klausur, Uni, Hausaufgaben, Büro-Notizen | sehr dünnes Kopierpapier bei starkem Druck |
| 0,8–1,0 mm breit | satt, präsent, gleitet leicht | Vielschreiber, Unterschrift, Flipchart-Nahschrift, Grußkarten | kleine Kalenderkästchen, Formulare |
| XB extra-breit | maximaler Gleitkomfort, fetter Strich | Tagebuch, Unterschrift, Menschen mit festem Druck | Prüfung mit viel Text, dünnes Papier |
| Brush / Pinsel | Druck = Strichwechsel | Lettering, Headlines, Aquarell-Effekte | lange Fließtexte, Klausur |
Fein: 0,4–0,5 mm – wenn es genau werden muss
Feine Spitzen sind die Wahl für kleine, enge Schriften und glattes Papier. Der Vorteil: Das Heft bleibt übersichtlich, Tabellen und Kästchen laufen nicht zu, und selbst auf billigem Kopierpapier drückt kaum etwas durch. Der Nachteil: Wer fest aufdrückt, empfindet 0,5 mm schnell als kratzig – dann lieber eine Idee breiter gehen.
Der STABILO pointVisco 0,5 mm ist in dieser Klasse unser Tipp für Mitschriften: Er kombiniert die Präzision eines Fineliners mit dem leichten Gleiten eines Tintenrollers. Perfekt, wenn du klein schreibst, aber keinen harten Fineliner-Strich willst. Für Sketchnotes nimmst du ihn für den Fließtext – und eine Nummer größer für die Headline.











